Nachwuchsknappheit im englischen Nationalteam

Die WM in Brasilien im kommenden Sommer rückt immer näher. Beinahe im letzten Moment konnte sich nun vor zwei Wochen auch das englische Nationalteam für die Teilnahme an der Copacabana qualifizieren, doch ob dieser letzte Glücksfall im Zuge der Qualifikation einen guten Ausgang der Weltmeisterschaft für das englische Team bedeutet, sollte man besser anzweifeln. Denn im Gegensatz zu vielen anderen teilnehmenden Mannschaften, allen voran die deutsche, hat England in Bezug auf den Nachwuchs kaum etwas zu bieten. Relikte wie Frank Lampard mit 35, Steven Gerrard mit 33 oder Michael Carrick mit 32 stehen hier ganz selbstverständlich auf dem Platz, um die Ehre ihres Landes zu verteidigen.

Ein Subjekt der alten Schule ist auch Trainer Hodgson. Es scheint, als ob er nach langen und erfolgreichen Jahren als Trainer verschiedenster Mannschaften seiner Karriere nun das i-Tüpfelchen aufsetzen soll und als englischer Nationaltrainer in Brasilien in die Geschichte eingehen wird. Doch dass ein alter und erfahrener Trainer nicht immer unbedingt die Probleme seiner Mannschaft wettmachen kann, wissen wir alle. Der Nachwuchs fehlt den Engländern einfach, um sich gegen fußballerische Erfolgsverfechter wie Holland, Deutschland oder die Gastgeber Brasilien langfristig durchsetzen zu können, wo stets auf den Nachwuchs gesetzt wird anstelle von alten Spielern. Brasiliens Trumpf im Ärmel, Ronaldo, ist zwar lange schon nicht mehr mit von der Partie, sondern sucht inzwischen den Nervenkitzel im Auftrag von Pokerstars beim Pokern. Statt WM heißt es für den 37-Jährigen jetzt EPT und WPT, oder er tritt gegen User des Online-Anbieters, zu dem seit Kurzem auch Full Tilt Poker gehört, online im Texas Holdem und anderen Pokervarianten an. Für Brasilien bedeutet das aber immerhin dass die Gastgebermannschaft des kommenden Jahres einen frischen Wind mit jungen Spielern bieten kann.

Ein gutes und gleichzeitig trauriges Beispiel für das größte Problem der englischen Nationalmannschaft ist Rickie Lambert. Der 31-jährige Spieler des Vereins Southampton wurde in diesem Jahr zum ersten Mal aufgrund von Personalmangel in die Nationalmannschaft berufen. In einem solchen Alter noch zum WM-Star zu werden, ist nicht unmöglich, doch man müsste sich nur einmal die Empörung in Deutschland vorstellen, wenn Joachim Löw als Ersatz für einen fehlenden Stürmer lieber einen alten Hasen anstelle von einem Nachwuchstalent in den Kader berufen würde. In England bleibt hierbei aber kaum eine andere Wahl, denn die Nachwuchspolitik im englischen Fußball hat sich in den vergangenen Jahrzehnten kaum von der Stelle bewegt.

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